Hans Gugelot
1920
Am 1. April 1920 wird Johan, genannt Hans, Gugelot in Makassar auf Celebes (Indonesien) als holländischer Staatsbürger geboren. Sein Vater, Pieter Cornelis Gugelot, war Arzt. Die Grundschule absolvierte er in Laren und Hilversum (Holland).
1934
Übersiedlung der Familie nach Davos. Dort übernahm der Vater die Position eines Chefarztes des Niederländischen Sanatoriums. Hans Gugelot besucht die Oberrealschule, die er 1940 mit dem Maturum abschließt.
1940
Studienbeginn in Lausanne (Ingenieurschule), Fortsetzung an der ETH Zürich, Abtl. I für Architektur. Diplomprüfung Wintersemester 1945/46.
1946
Reisen, längere Aufenthalte in Italien und verschiedene Engagements in Jazzorchestern (Gitarrist). Verheiratung 1947. Bis 1948 in mehreren Architekturbüros tätig.
1948
Zwischen 1948 und 1950 Mitarbeiter von Max Bill und erste Entwürfe für Möbel u. a. für Horgen/Glarus, besonders gefördert durch Rudolf Graber (»Wohnbedarf«, Zürich).
1950
Eigenes Büro und Anfänge der Entwicklung des Möbelprogramms »M 125«, des ersten Möbel-Element-Systems. Daneben freier Mitarbeiter im Züricher Wohnungsbau.
1954
Berufung an die im Bau befindliche Hochschule für Gestaltung (HfG), Ulm, durch Max Bill, mit dem anfänglichen Auftrag, gemeinsam mit den Studenten den Ausbau des Gebäudes durchzuführen. Erste Kontakte mit Erwin Braun.
1955
Design-Lehrer und späterer Leiter der »Entwicklungsgruppe II« der HfG. Formale Entwicklung der ersten neuartigen Braun-Geräte. Damit sensationeller Erfolg während der Deutschen Rundfunk-, Phono- und Fernseh-Ausstellung in Düsseldorf.
Zwischen 1955 und 1958 beispielsetzende Gestaltung von Radio-, Phono-, Fernseh- und Speichergeräten im Systemverbund (für Braun), die für die gesamte Branche weltweit bis ins letzte Viertel unseres Jahrhunderts richtungweisend sein sollte.
1956
Möbel-System »M 125« konstruktiv verbessert und durch Wilhelm Bofinger in Großproduktion hergestellt. Umfangreicher Bericht in »Stile industria«, besonders über die Arbeit Hans Gugelots an der HfG. Studienreisen in den USA und in Italien.
1957
Braun erhält für die gesamte ausgestellte Produktion, deren Gestalt und Präsentation auf Hans Gugelot und Otl Aicher zurückgeht, den Grand Prix der XI. Triennale, Mailand.
1958
Die pädagogisch notwendige Trennung von Lehre und Entwicklung führt zur Gründung einer eigenständigen Entwicklungsgruppe.
1959
Beginn der Arbeiten an der Hamburger U-Bahn (Abschluß 1962). Daneben zahlreiche Entwicklungen u. a. für Pfaff, Gritzner-Kayser, Bofinger, Sonor. Erweiterung der Entwicklungsgruppe durch technische Mitarbeiter.
1960
Monographische Ausstellung im Museum, Ulm. Gründung einer eigenständigen Konstruktionsabteilung. Referat während des World Design Congress in Tokio.
1961
Beratung beim Aufbau eines Design-Instituts in Ahmedabad/ Indien. Vorsitzender des RektoratsKollegiums der HfG (bis 1962).
1962
Vortrag in der Slade School of Fine Arts in London. Schaffung des Silber/Schwarz-Erscheinungsbildes für Braun, erstmals dokumentiert am Rasierer »sixtant«. Diese Farbgebung machte international Schule. Entwicklungen u. a. f ür Agfa, Braun, Lumoprint. Gründung des »instituts für produktionsentwicklung und design e.v.« in Neu-Ulm.
1963
Wanderausstellung der HfG, Ulm. Vortrag am »grafiska institutet« in Stockholm. Konzeptionen u.a. für Kodak, Girard, Weishaupt.
1964
Beginn der Entwicklung des ersten Sportwagens der Weit mit selbsttragender Bodengruppe aus Kunststoff und für Interelectric von miniaturisierten Element-Systemen. Daneben Konzeptionen für Bofinger, Kill, Design Institute (Paldi, Indien).
1965
Gastdozent am Design-Institut in Ahmedabad/Indien. Umzug seines »instituts für produktionsentwickung und design e.v.« in ein eigenständiges Gebäude in Ulm (13 Mitarbeiter).
Am 10. September 1965 stirbt Hans Gugelot an den Folgen eines Herzinfarktes in Ulm.
In nur etwa 15 Jahren hat er ein bahnbrechendes Werk geschaffen, dem System-Design das Tor geöffnet und damit der 2. Hälfte unseres Jahrhunderts Ausdruck verliehen.
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